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Kreis Offenbach begutachtet Hochhäuser: Akuter Handlungsbedarf bei zwei Gebäuden

Für die Hochhäuser im Kreis Offenbach gilt die grundsätzliche Feststellung, dass die Sicherheitsstandards hoch sind. Als Hochhaus im Sinne des Baurechts gelten Gebäude, dessen Fußboden des obersten Stockwerks, das zum Wohnen genutzt wird, höher als 22 m liegt (vgl. § 2 Abs. 8 Nr.1 HBO).

Die Bauaufsicht sowie der vorbeugende Brand- und Gefahrenschutz kontrolliert diese Gebäude im Rahmen der wiederkehrenden Prüfung sowie Gefahrenverhütungsschauen regelmäßig. Da die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger aber höchste Priorität hat, war der Brand von London Anlass genug, die Fassaden der insgesamt 101 Hochhäuser, die es im Kreis Offenbach gibt, zu begutachten. Dies erfolgte in den vergangenen Tagen gemeinsam von Mitarbeitern des Brandschutzes und der Bauaufsicht.

Im Ergebnis sind Zweidrittel der Hochhausfassaden in Ordnung, bei einem weiteren Drittel müssen im Rahmen einer Eigentümerbefragung zusätzlich die Unterlagen angefordert werden, dass das bauaufsichtlich vorgeschriebene, nicht brennbare, Material zur Fassadendämmung tatsächlich verbaut worden ist. Im Einzelfall werden auch die Bauakten herangezogen. Angeschrieben werden alle Hochhauseigentümer, um festzustellen, ob die vorliegenden Informationen tatsächlich vollständig sind.

Akuten Handlungsbedarf gibt es bei zwei Häusern. In Dietzenbach ist an einem Haus auf einer Seite mit einer fensterlosen Fassade eine Dämmung angebracht worden, für die von der Bauaufsicht keine Genehmigung eingeholt wurde und wohl nicht den Vorschriften entspricht. Hier sollen offene Fragen im Rahmen einer kurzfristig anberaumten Anhörung geklärt werden. In Heusenstamm, wo bei einem älteren Hochhaus nachträglich eine Fassadendämmung erfolgt ist, wurde festgestellt, dass diese nicht den Anforderungen aus der Baugenehmigung entspricht. Hier wurde von der Bauaufsicht noch am gestrigen Nachmittag, 12. Juli 2017, der Hausverwaltung eine Verfügung zugestellt, die einen Katalog von Sofortmaßnahmen enthält. Heute sind zusätzlich die Bewohner mit einem gemeinsamen Schreiben von der Kreis- und Stadtverwaltung über den Sachstand informiert worden. Die Verfügung sieht vor, dass umgehend ein Sicherheitsdienst im Außenbereich gestellt werden muss. Die Rauchmelder sind auf Funktionsfähigkeit ebenso zu prüfen, wie die vorhandene Gefahrenmeldeanlage. Die Bewohner erhalten ein Merkblatt mit Verhaltensregeln, darunter das absolute Verbot von offenem Feuer auf den Balkonen. Außerdem muss zwischen Hauswand und der Lagerung von Mülltonnen, Fahrzeugen oder sonstigen brennbaren Gütern ein Mindestsicherheitsabstand von fünf Metern eingehalten werden. Innerhalb von zwei Wochen ist die Dämmung rund um das Erdgeschoss zu entfernen. Darüber hinaus wird eine Frist von zwei Monaten gesetzt, in der die Fassadendämmung des Hauses komplett zu entfernen ist. Die sofortige Umsetzung dieser Maßnahmen gewährleistet die Sicherheit der Mieterinnen und Mieter bis die Fassade vorschriftsmäßig saniert sein wird.

Für Rückfragen steht die Kreisverwaltung in Dietzenbach unter der Telefonnummer 06074 8180-3400 zur Verfügung (Montag-Freitag 8.00-16.00 Uhr).

(Text: Kreis Offenbach, 13.07.2017)

 

Infoblatt "Verhalten im Brandfall"  [pdf, 58 KB]

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