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Alte Feuerwache ist jetzt Kulturdenkmal

 

Die alte Feuerwache in der Rembrücker Straße
Die alte Feuerwache in der Rembrücker Straße

Die ehemalige Feuerwache in der Rembrücker Straße 8 ist nun Kulturdenkmal. Damit wird ein weiteres Bauwerk in Heusenstamm ausgezeichnet, nachdem im vergangenen Jahr bereits die Adolf-Reichwein-Schule als Kulturdenkmal in das Landesverzeichnis aufgenommen wurde. Das Landesamt für Denkmalpflege begründete die Aufnahme damit, dass wegen ihrer zeittypischen Ausprägung und ihrer orts- und sozialgeschichtlichen Bedeutung die ehemalige Feuerwache aus geschichtlichen und künstlerischen Gründen als Kulturdenkmal eingetragen wird. "Die Stadt Heusenstamm hat viel Baukultur vorzuweisen. Unsere Pflicht ist es, dieses bauliche Erbe zu bewahren. Wir freuen uns, dass nunmehr ein weiterer verborgener Schatz zu Tage tritt", so Bürgermeister Halil Öztas in einer ersten Reaktion. "Es ist wichtig, dieses kulturelle Erbe zu sichern und auch bei den weiteren Planungen im Kontext der Stadtentwicklung zu berücksichtigen. Die alte Feuerwache könnte das Herzstück eines neuen Stadtquartiers bilden", ergänzt der Rathauschef. Er kündigte an, dass dieser neue Gesichtspunkt bei der Vorstellung von Ideen im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK) sowie im Zusammenhang mit dem Thema des Feuerwehrhauses Berücksichtigung finden wird.

Auszug aus dem Denkmalverzeichnis

1876 erhielt Heusenstamm seine erste eigene Feuerwehr. Anlass ihrer Gründung war ein verheerender Ortsbrand im Februar des genannten Jahres, der aufgrund mangelnder Gerätschaften nur schwerlich zu löschen war. 1910 erfolgte der Bau einer neuen Feuerwache am östlichen Ortsrand. Verkehrstechnisch günstig gewählt wurde der Standort an der 1982 angelegten Ortsstraße nach Rembach, die im Westen an die Hauptortsdurchfahrt (Frankfurter Straße) anschließt. Vermutlich 1923 entstand an der Nordseite des Baukörpers eine Erweiterung in Form eines weiteren Wohn- und Aufenthaltsgebäudes. In den 1950er Jahren ließ man an der Ostseite einen inzwischen abgängigen holzverschalten Schlauchturm errichten. Die nachfolgenden An- und Umbauten bezogen sich, abgesehen von einem eingeschossigen Anbau mit Terrasse an der Ostseite, vornehmlich auf das Innere des Gebäudes, dessen bauzeitliches Raumgefüge dadurch in weiten Teilen verändert wurde. Mit dem Neubau der im Nordwesten vorgelagerten neuen Feuerwehrwache im Jahr 1976 entfiel die bauzeitliche Funktion und der gesamte Komplex wurde nur noch als Wohn- und Werkstatt- und Aufenthaltsraum genutzt.

Der 1910 errichtete Bauteil der Feuerwache ist in zeittypischer Formsprache ausgebildet, die von Anklängen des Heimatstils geprägt ist: Dachlandschaft mit Biberschwanzziegeln (Kronendeckung). Die für zwei Fahrzeuge ausgelegte Wagenhalle im Süden zeigt einen verschindelten Westgiebel. Zwei große Holztore weisen schmuckvolle Beschläge auf. Das anschließende Wachgebäude wird an der Westseite durch zwei bodentiefe Rundbodenöffnungen geprägt. Die schlanken Gewände - wohl aus Sandstein imitierendem Kunststein - sind jeweils mit schlichtem Anschlussstein versehen. Hinter dem nachfolgenden Fassadenvorsprung war ehemals vermutlich die Abortanlage eingebracht. Über dem nördlichen Bogen befindet sich ein Zwerchhaus mit großer Luftöffnung. Sämtliche Fenster wurden vermutlich zuletzt in den 1970er Jahren ausgetauscht. Ein schmales Gesimsband aus Sandstein strukturiert die Fassade und auch die Sockelzone (teilweise erneuert) besteht ebenfalls aus Sandstein. Der wohl um 1923 entstandene nördliche Anbau ist seinem Erscheinungsbild als eigenständiger Baukörper in der Manier kleinbürgerlicher Wohnhausbauten mit voluminösem Mansardwalmdach ausgebildet (der Dachabschluss mit markanter Verjüngung). Hinsichtlich der Materialwahl und Fassadengestaltung passt er sich dem älteren Bestand an. Über dem Haupteingang (bauzeitliche Haustür mit oktogonaler Lichtöffnung) an der Westseite ist ein markant in die Dachzone eingeschnittenes Zwerchaus mit Walmdach.

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