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Segmented Approach: Offener Brief der betroffenen Kommunen

In diesen Tagen haben die Städte und Gemeinden Babenhausen, Dietzenbach, Dreieich, Egelsbach, Erzhausen, Hainburg, Heusenstamm, Mainhausen, Neu-Isenburg, Obertshausen, Rodgau, Rödermark, Schaafheim und Seligenstadt einen Offenen Brief an relevante Ministerien, Behörden und Einrichtungen bezüglich der derzeitigen Erprobung des Segmented Approach-Anflugverfahrens am Flughafen Frankfurt versendet. Durch dieses Anflugverfahren soll der Fluglärm bei Betriebsrichtung West in Offenbach und Hanau verringert werden – zu Lasten von einigen Städten südlich der Standard-Anflugrouten.

Im Kern des Briefes geht es um das vorgelagerte und nach Meinung der Kommunen übereilte Beschlussverfahren in der Fluglärmkommission, das zur Einführung des Probebetriebs Segmented Approach geführt und sowohl eine ordentliche Beurteilung der Maßnahme sowie eine Rückkopplung in den Kommunen fast unmöglich gemacht hat. Die Kommunen sind sich einig, dass die Eile und die nicht sachgerechte Kommunikation in dieser Angelegenheit den Anschein erweckt, dass die Beteiligung absichtlich nicht gewollt war, und so auch keinesfalls zum Verständnis und zur Akzeptanz des Segmented Approachs beiträgt.

Zudem zweifeln die Kommunen die Begründung für die Einführung des Probebetriebs an. Das Argument, dass durch den Segmented Approach hochbelastete Kommunen entlastet würden und Lärm reduziert werde, sei schlichtweg falsch. Zum einen würden die herkömmlichen Endanflugrouten nicht aufgegeben und viele Flugzeugmodelle könnten den Segmented Approach überhaupt nicht durchführen. Durch den Segmented Approach würde der Lärm lediglich umverteilt. Eine echte Lärmreduzierung erfolge nicht; Vielmehr würden rund 150.000 Menschen zusätzlich belastet. Die betroffenen Kommunen fordern daher einen echten Lärmschutz, wie zum Beispiel die Einrichtung neuer Slot-Zuteilungen in den Tag- und Nachtrandstunden, eine Neustrukturierung der Flugzeugflotten sowie eine Gesamtlärmbetrachtung auf Basis der vorhandenen Lärmaktionspläne (inklusive des bestehenden Straßen- und Schienenverkehrlärms).

Ferner verlangen alle unterzeichnenden Kommunen, soweit sie nicht bereits vertreten sind, einen Sitz in der Fluglärmkommission sowie Stimmrecht, sodass eine echte, demokratische Beteiligung und Mitbestimmung bei Entscheidungen, die sie betreffen, gewährleistet ist.

Hintergrund

Der Segmented Approach ist kein neues Anflugverfahren, es wurde bereits 2010 im Rahmen des ersten Maßnahmenpakets „Aktiver Schallschutz“ des Expertengremiums Aktiver Schallschutz vorgeschlagen. Da diese Maßnahme die Kapazität der Flugbewegungen mindert, wurde es aber bisher nur in den Nachtstunden geflogen. Jetzt aber lässt die Deutsche Flugsicherung (DFS) den Segmented Approach auch tagsüber erproben. Seit dem 1. März läuft der Testbetrieb von 5.00 bis 7.00 Uhr, 13.00 bis 18.00 Uhr und 20.00 bis 23.00 Uhr. Begleitet wird das Ganze durch ein Lärm-Monitoring, um festzustellen, wie sich das Verfahren auf die Lärmverteilung auswirkt.

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