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Kinderbetreuung: Erste Ergebnisse der Online-Umfrage zur Qualität der Betreuung in den Kitas und im Hort

Symbolbild (Foto: Mohamed Hassan auf pixabay.de)
Symbolbild (Foto: Mohamed Hassan auf pixabay.de)

Um die Qualität der Betreuung in den Kindereinrichtungen in Heusenstamm und Rembrücken stetig weiterzuentwickeln, hatte der städtische Fachbereich Soziales und Bildung im April/Mai eine anonyme Online-Umfrage gestartet. Sie richtete sich an Eltern, deren Kinder in den städtischen, konfessionellen und freien Kitas sowie im Hort Kinderburg betreut werden. Die Initiatoren wollten die Meinungen und Erfahrungen der Eltern einholen und erfahren, welche Aspekte aus Elternsicht besonders bedeutend sind, wo die Stärken und wo mögliche Verbesserungsbereiche liegen.

Von 969 möglichen Eltern beziehungsweise Erziehungsberechtigten haben 263 die Chance genutzt an der niedrigschwelligen Umfrage teilzunehmen. Das entspricht einer statistisch hohen Rücklaufquote von rund 25 Prozent – mutmaßlich sind dreiviertel der Eltern grundsätzlich mit der Kinderbetreuung in unserer Stadt zufrieden. Rund 20 Prozent der Rückmeldungen bezogen sich auf die Fragen zu den Kitas und ca. 73 Prozent auf die Betreuung im Hort Kinderburg. Die Befragung umfasste 24 Fragen zu verschiedenen Aspekten der Betreuungsqualität in den Kindereinrichtungen. Zudem konnten Anregungen und Wünsche im Freitext geäußert werden.

Umfrage-Ergebnisse im Überblick

Abgefragt wurde die persönliche Einschätzung zur allgemeinen Zufriedenheit mit der Einrichtung, der pädagogischen Arbeit/Betreuung, Tagesablauf und Organisation, Räumlichkeiten und Ausstattung, Verpflegung, Zusammenarbeit mit Eltern sowie Betreuungszeiten (die Ergebnisse der einzelnen Fragen wurden zu den genannten Themenblöcken zusammengefasst).

Die Betreuung in den Kitas und dem Hort wird von den Befragten als sehr zufriedenstellend bewertet: 88 Prozent der Kita-Eltern und 93 Prozent der Hort-Eltern geben die Schulnote 1 bis 3 (sehr gut, gut und befriedigend). Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei der Einschätzung des pädagogischen Angebots, der Zusammenarbeit mit den Eltern, der Beurteilung des Eingehens des Personals auf die Bedürfnisse des Kindes/der Kinder und des Verhältnisses zwischen Fachkräften und Kindern sowie bei der Strukturierung und Abwechslung des Tagesablaufs und der Bewertung der Eingewöhnungsphase.

Die Sauberkeit, Sicherheit sowie Ausstattung der Einrichtungen (Gruppenräume und Außenspielbereiche) finden 77 Prozent der Kita- und 93 Prozent der Hort-Eltern gut. Bei der Bewertung der Verpflegung (Qualität, Auswahl, Ernährungsaspekte) ist bei den Kita-Eltern mit 75 Prozent ein leichter Knick in der Zufriedenheit und mit 48 Prozent der Hort-Eltern eine auffallend niedrigere positive Bewertung festzustellen.

Ein großer Fragenblock widmete sich den Betreuungs- und Öffnungszeiten der Kindereinrichtungen. Bezüglich der Ausschöpfung der angebotenen Betreuungszeiten fallen die Aussagen in den Kitas und dem Hort unterschiedlich gewichtet aus. 43 Prozent der Kita-Eltern geben an, die angebotenen Betreuungszeiten voll auszuschöpfen und 56 Prozent, dass die Kinder früher geholt oder später gebracht werden oder nur an bestimmten Tagen in die Einrichtung gehen. Die Hort-Eltern nutzen zu 30 Prozent die vollen Betreuungszeiten aus – rund 70 Prozent bringen ihr Kind/ihre Kinder früher oder holen es/sie später ab (mehr zeitliche Schwankungen).

Die überwiegende Mehrheit der Eltern zeigt sich aber zufrieden mit den aktuell bestehenden Öffnungszeiten, und so bewerten 83 Prozent der Kita-Eltern und 95 Prozent der Hort-Eltern die angebotenen Betreuungszeiten als passend zu ihrem Berufsalltag. Nur 25 Prozent der Kita-Eltern hätten gerne spätere und neun Prozent frühere Schließzeiten (nur vereinzelt wurden Wünsche für eine Betreuung nach 17 Uhr geäußert). Eine Mehrheit beider Elterngruppen spricht sich dafür aus, dass die Öffnungszeiten geringfügig flexibler werden könnten (geringfügig heißt in diesem Fall eine Zeitspanne von einer halben Stunde). Die angebotene Notfallbetreuung wird von beiden Elterngruppen als ausreichend und mehrheitlich sogar als nicht notwendig erachtet.

Bei der Beantwortung der Frage, ob man bereit sei, für extra Angebote wie beispielsweise frühere oder spätere Betreuungszeiten oder Notbetreuung einen höheren Kostenbeitrag zu zahlen, sagten 65 Prozent der Kita-Eltern und 70 Prozent der Hort-Eltern „nein“.

Erste Erkenntnisse und Trends

„Eine gute Betreuung und Förderung von Kindern liegt uns als Trägerinnen und Träger der Einrichtungen sehr am Herzen. Daher möchten wir uns ausdrücklich bei den Eltern bedanken, die sich Zeit für die Umfrage genommen und uns mit ihren Antworten und Anmerkungen wichtige Hinweise mitgegeben haben,“ sagt Bürgermeister Steffen Ball. „Die Ergebnisse zeigen Trends, die nicht nur für den Betrieb der Einrichtungen, sondern auch für die politischen Entscheiderinnen und Entscheider relevant sind.“

Die wichtigste Erkenntnis zuerst: Die deutliche Mehrheit der befragten Eltern bewertet die städtischen, konfessionellen und freien Kindertagesstätten und den Hort in städtischer Trägerschaft im Allgemeinen als sehr gut, gut und befriedigend. Auch mit den Betreuungs- und Öffnungszeiten sind die Eltern grundsätzlich einverstanden, wünschen sich aber geringfügig flexiblere Zeiten – allerdings besteht nach den Umfrageauswertungen in der Mehrheit keine Bereitschaft, diese Zusatzleistung entsprechend zu bezahlen. Als offensichtlicher „Ausreißer“ ist die Bewertung der Verpflegung in den Kindereinrichtungen zu nennen. Das Team um Fachbereichsleiterin Kerstin Stanek hat sich diesem Thema in Abstimmung mit den einzelnen Einrichtungen und Eltern bereits gesondert angenommen.

Mit der ab 1. September in Kraft tretenden neuen Gebührensatzung für städtische Kindereinrichtungen, die erstmals einkommensabhängiger Betreuungsgebühren enthält, zeichnet sich unabhängig von der Befragung bereits ein erster Trend ab: Es werden merklich weniger Betreuungsstunden gebucht. „Wir können zwar frühestens zum Ende dieses Jahres verbindliche Aussagen treffen, aber wir sehen heute schon die Wirkung der neuen Gebührensatzung auf das Buchungsverhalten der Eltern,“ bestätigt Stanek. Es ist davon auszugehen, dass Eltern die Betreuungsmodelle und -zeiten für ihr Kind/für ihre Kinder noch gezielter dem tatsächlichen persönlichen Bedarf entsprechend auswählen und mögliche „Zeitpuffer“ nicht oder nicht mehr in Anspruch nehmen. „Dieser Trend zeigt einerseits, dass Eltern nicht bereit sind, Stunden, die sie nicht wirklich brauchen, zu zahlen. Andererseits ist diese Entwicklung ein wichtiges politisches Signal: Wenn sich die Inanspruchnahme der benötigten Betreuungsstunden nachweislich und dauerhaft reduziert, hat das direkte Auswirkungen auf die Personalsituation und damit auf das Verhältnis Personal./. Kinder; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten dann viel passgenauer und effektiver im pädagogischen Alltag eingesetzt werden. Außerdem könnten perspektivisch Betreuungs- und Öffnungszeiten angepasst werden,“ ergänzt Bürgermeister Ball, und weiter: „Die Ergebnisse der Umfrage werden auch in die künftige Planung zur Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagbetreuung in den Schulen einfließen. Hier plant der Magistrat die Übergabe der Schulkindbetreuung und des Hortes an den Kreis Offenbach als Schulträger. Wir erwarten uns von diesem Schritt eine verbesserte Koordination zwischen Schulträger und Betreuung gerade vor dem im kommenden Jahr beginnenden Rechtanspruch in den Grundschulen, den Abbau von Doppelstrukturen mit deutlichen Effekten für den städtischen Haushalt.“

Umfrage des Kreises Offenbach und des Schulamts: Betreuungsbedarfe an den Grundschulen

Das Schulamt und der Kreis Offenbach als Schulträger hatten parallel eine eigene Umfrage entwickelt, die zeitgleich an alle Leitungen der Grundschulen im Kreis Offenbach geschickt wurde, um den Betreuungsbedarf der Eltern (Schulkindbetreuungen) zu ermitteln. Laut Aussage des Kreises Offenbach haben im ersten Durchlauf ein Drittel der Schulen im Kreis - davon zwei Schulen in Heusenstamm - das Umfrage-Tool genutzt, und die Teilnahmebereitschaft der Eltern sei gering gewesen. Die Auswertung der Befragung wurde vor den Sommerferien abgeschlossen, und die Ergebnisse sollten in diesen Tagen an die Schulleitungen und an die Träger der Betreuungen versendet werden.
 

Link:

Die Auswertungen der einzelnen Themenbereiche gibt's hier im Kinderportal.

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