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Kampagne 2022: Stadt verstärkt Akquise von Erzieher*innen und pädagogischen Fach- und Hilfskräften

Bobbelscheflüsterer gesucht! Ein Motivbeispiel.
Bobbelscheflüsterer gesucht! Ein Motivbeispiel.

Das Thema ist wirklich nicht neu. In kommunalen, freien und konfessionellen Kindereinrichtungen fehlen Erzieherinnen und Erzieher, Fachkräfte und pädagogische Hilfskräfte – da ist Heusenstamm leider keine Ausnahme. Insofern werden alle Maßnahmen und Projekte der Fachkräftegewinnung regelmäßig überprüft und evaluiert. „Wir wollen bei der Anwerbung von Erzieher*innen und pädagogischen Fach- und Hilfskräften neue Wege beschreiten“, erklärt Bürgermeister Steffen Ball. „Neben den üblichen Maßnahmen, wie zum Beispiel Stellenausschreibungen, wollen wir mit einfallsreichen Ideen verstärkt neue Kanäle bespielen und auch aktiver an die Personen, die sich für dieses Berufsfeld entschieden haben oder dies noch abwägen, herantreten. Das heißt aber auch, dass wir unser Profil als städtischer Arbeitgeber schärfen und entsprechend mit neuem Leben füllen müssen.“

Bobbelscheflüsterer gesucht – Print- und Onlinekampagne

Damit es nicht nur bei einem reinen Lippenbekenntnis bleibt, startet die Stadt in Kürze eine neue Akquise-Kampagne. In Teamarbeit haben Regine Dinkelborg, zuständig für die städtische Kommunikation, und Edith Hemberger vom Heusenstammer Atelier Hemberger eine freche Kampagne mit kreativen und lustigen Schlagworten, die sich direkt an Erzieherinnen und Erziehern richten, entwickelt. Absender sind dabei nicht nur die städtischen, sondern alle Kindereinrichtungen in Heusenstamm. Die ersten Motive werden in Kürze auf Bannern und Plakaten im Stadtgebiet zu sehen sein. Im nächsten Schritt der zweistufigen Kampagne sollen ergänzend die Qualitäten jeder einzelnen Kindereinrichtung in allerlei Print- und Online-Formaten dargestellt werden.

Die Motive nebst Botschaft werden natürlich zusätzlich in sozialen Netzwerken gepostet. Unterstützung erhoffen sich der Rathauschef, die Fachdienstleiterin Soziales Kerstin Stanek sowie natürlich alle Mitarbeiter*innen in den Kindereinrichtungen dabei auch von Eltern, die sich aktiv für „ihre“ Kita oder Schulkindbetreuung engagieren möchten. „Unsere Eltern sind doch die beste Referenz, die Jobsuchende und andere Eltern und Erziehungsberechtigten haben können. Insofern möchten wir alle Mütter und Väter, Omas und Opas, Geschwister und Bürger*innen herzlich bitten, unsere Kampagne in den sozialen Netzwerken fleißig zu teilen und zu posten“, sagt Stanek.

Und auch die Berufsschulen für Erzieherinnen und Erzieher werden von der Schlossstadt nicht „verschont“ bleiben: hier sind gezielte Aktionen für die Schüler*innen und angehenden Erzieher*innen in Planung, wie unter anderem ein Bewerbungsschreiben frei nach dem Motto „Heusenstamm bewirbt sich bei Dir“.

Alle wichtigen Infos zu den Kindereinrichtungen in Heusenstamm, freie Stellen und Arbeitsmöglichkeiten sowie Angebote und Themen gibt es im städtischen Kinderportal auf kinder-heusenstamm.de.

Kinderbetreuung steht hoch im Kurs: Es ist immer etwas zu tun

Auf praktischer und professioneller Ebene wird mit Hochdruck an einem erweiterten Konzept der Kindertagespflege in Heusenstamm gearbeitet, das von den Stadtverordneten explizit unterstützt wird. Bereits seit Juli 2021 werden Kindertagespflegepersonen dahingehend gefördert, dass sie zusätzlich zwei Euro pro Heusenstammer Kind und Betreuungsstunde erhalten. Ein weiterer Baustein ist die geplante Anmietung von Räumen und Wohnungen für die Kindertagespflege durch die Stadt. Die Räume sollen vor allem den Personen zur Verfügung gestellt werden, die sich für den Job der Kindertagespflegeperson interessieren und aus den verschiedensten Gründen keine Möglichkeit haben, Kinder in den eigenen vier Wänden adäquat zu betreuen.

Zur Entlastung der Fachkräfte in den Kindereinrichtungen sollen künftig zusätzlich pädagogische Hilfskräfte angeworben werden. Diese Menschen sind quasi die „guten Engel“, die den Erzieher*innen bei allen anfallenden Arbeiten in der Kindereinrichtung zur Hand gehen: Sei es die Unterstützung bei der Mittagsversorgung, den Kindern beim An- und Ausziehen zu helfen oder den Fachkräften in der Gruppe sowie bei Angeboten und besonderen Aktivitäten zur Seite zu stehen und vieles mehr. Die Tätigkeit als pädagogische Hilfskraft (bei entsprechender Eignung und Vorerfahrung) kann dabei auch das Sprungbrett für die Ausbildung zum/zur Erzieher*in sein.

Zudem hat der Magistrat ganz aktuell beschlossen, Werksstudent*innen als Unterstützung für die Stammbelegschaft in der städtischen Kinder- und Jugendarbeit sowie für die Kindereinrichtungen anzuwerben. Wenn alles wie geplant läuft, könnten bereits ab 1. Juni Studentinnen und Studenten befristet eingestellt werden.

Außerdem ist die Stadt in intensiven Verhandlungen mit der Eigentümerin des Campus-Geländes, um hier eine weitere Kindertagesstätte anzusiedeln. Und die Chancen für eine Realisierung stehen gut: Platz ist ausreichend vorhanden, und die soziale Einrichtung passt gut ins Campus-Konzept. Derzeit werden alle wichtigen Details zur Erlangung der Betriebsgenehmigung geprüft und vorbereitet. Daneben werden erste Gespräche mit Heusenstammer Unternehmen geführt, um mit einer möglichen Etablierung eines Betriebskindergartens ein weiteres Pilotprojekt an den Start zu bringen.

Heldenversteher*in gesucht! Ein Motivbeispiel.
Heldenversteher*in gesucht! Ein Motivbeispiel.

Gesetzliche Änderungen

Wegen des Hessischen Kinderfördergesetzes mit seinen neuen Anforderungen zur Qualität der Arbeit in den Kindereinrichtungen sowie den Änderungen im Bereich Fördermittel mussten die Finanzierungsverträge für die konfessionellen Kindereinrichtungen angepasst werden.

Außerdem wird das Gute-Kita-Gesetz des Bundes zum 1. August dieses Jahres verbindlich. Im Rahmen des Gesetzes wurde die vorgeschriebene Berechnung des Mindestpersonalbedarfs so verändert, dass mehr Fachkraftkapazitäten zur Verfügung stehen. Dabei wurden die im Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetz kalkulierten Ausfallzeiten für Urlaub, Krankheit und Fortbildungen von 15 auf 22 Prozent erhöht. Grundsätzlich sind das natürlich positive Entwicklungen, da durch die Anpassungen die Fachkraftstunden für die Kinderbetreuung insgesamt erhöht wurden. In einer Zeit des Fachkräftemangels bedeuten diese „Mehrstunden“ aber eine enorme Herausforderung für die Träger der Kindereinrichtungen.

Zur Stärkung der Kita-Leitungen schreibt das Hessische Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch erstmals einen festen Zeitanteil für die Leitung einer Kita in Höhe von 20 Prozent fest. Die Leitung ist dann in diesem genannten Umfang vom Gruppendienst freigestellt. So wird den Anforderungen an die qualitative Entwicklung in den Kitas Rechnung getragen, weil den Leitungen der hessischen Kindertageseinrichtungen die notwendige Zeit zur Erfüllung der vielfältigen Aufgaben zur Verfügung gestellt wird. Denn die Leitungen von Kindertageseinrichtungen spielen für die qualitative Weiterentwicklung der frühkindlichen Bildung eine zentrale Rolle.

In Heusenstamm werden die Leitungen der Kindertageseinrichtungen bereits seit vielen Jahren freigestellt. Allerdings kommen nun bei den meisten Kitas weitere gesetzlich vorgegebene Freistellungskontingente hinzu, sprich: weitere Fachkraftstunden müssen hierfür vorgesehen werden. Mit den geänderten Ausfallzeiten und dem Leitungszeitkontingent erhöht sich im Ergebnis der Mindestpersonalbedarf der Kitas. Somit steht unter dem Strich mehr Zeit für jedes einzelne betreutes Kind zur Verfügung. Das bedeutet zwar einerseits einen großen Schritt in Richtung mehr Qualität, andererseits werden nochmals die Kosten und auch der Fachkräftebedarf erhöht.

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