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Rathaus als "Schwalbenfreundliches Haus" ausgezeichnet

Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger übergibt die Urkunde an Bürgermeister Halil Öztas.
Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger übergibt die Urkunde an Bürgermeister Halil Öztas.

Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger hat am Mittwochmittag gemeinsam mit der Kreisvorsitzenden des Naturschutzbundes Deutschland e. V., Karola Windweh, und Rudolf Keil von der Kolpingfamilie Dietzenbach das Rathaus der Stadt Heusenstamm im Rahmen einer deutschlandweiten Kampagne als "Schwalbenfreundliches Haus" ausgezeichnet. Als "Schlossherr" nahm Bürgermeister Halil Öztas die Plakette entgegen. "Wir möchten Dankeschön im Namen der Schwalben sagen", betont Erste Kreisbeigeordnete Claudia Jäger. "Daher freue ich mich, dies heute mit der Überreichung der Plakette mit der Aufschrift: "Schwalbenfreundliches Haus" zu zeigen. Wir wollen damit auch ein Zeichen setzen, um mehr Eigentümerinnen und Eigentümer zu animieren, den Tieren einen Unterschlupf zu gewähren." "Wir freuen uns natürlich über die Auszeichnung", sagt Bürgermeister Halil Öztas anlässlich des Termins vor Ort. "Viel mehr freuen wir uns aber, dass wir mit unserem Schloss den Schwalben einen Platz bieten und somit einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten." 

Geschützt und fast unscheinbar hat sich eine kleine Kolonie Rauchschwalben das Schloss Heusenstamm als Wohnsitz ausgesucht. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Heusenstamm und die Kolping Naturschutzgruppe Dietzenbach konnten vor ein paar Jahren die ersten Bautätigkeiten der Schwalben beobachten. Angefangen hat es mit zwei Nestern, die an der Außenwand, nähe Eingangstor unter den Dachvorsprung von ihnen gebaut wurden. Schnell entwickelte sich eine Schwalbenkolonie aber an der geschützten Innenhofseite. In diesem Jahr haben neun Rauchschwalbenpaare bis zu zweimal gebrütet. Denkmalschutz und Artenschutz treffen hier aufeinander. Beides zu schützen und zu bewahren ist eine der vielen Aufgaben im Heusenstammer Schwalbenschutz.

Mehl- und Rauchschwalben zählen nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) zu den besonders geschützten Arten und es ist verboten, den Vögeln nachzustellen, sie zu verjagen, deren Brut zu entfernen und deren Nester zu beschädigen oder gar zu zerstören. Es ist ebenfalls verboten, den Nestbau durch Vergrämungsversuche zu behindern. Der Gesetzgeber geht mittlerweile soweit, dass die Nester ganzjährig rechtlich geschützt sind, also auch dann, wenn die Vögel beispielsweise im Winterquartier sind. Das Entfernen von Nestern steht unter Strafe und wird mit einem Bußgeld geahndet. Viele Naturliebhaber werden nun sagen, die Schwalben sind ja durchaus nützlich, doch was ist mit den Ausscheidungen der Vögel? Für dieses Problem gibt es eine einfache Lösung. Ein einfaches Holzbrettchen oder auch ein Edelstahlblech, welches unterhalb der Nester angebracht wird, fangen den Schwalbendreck auf. Hinzu kommt, dass die wendigen Flugkünstler sehr nützlich sind. Sie säubern die Luft rund ums Haus von Mücken, Schnaken und anderen lästigen Fluginsekten. Gut zu beobachten ist das vor allem in Tierstallungen, in der jede Rauchschwalbe täglich etwa elf Gramm Insekten vertilgt beziehungsweise an ihre Jungen verfüttert. Der ehrenamtliche Naturschützer Rudolf Keil ist in Sachen Schwalbenschutz regelmäßig aktiv. Er hat schon viele kritische Hausbesitzer vom Erhalt dieser selten gewordenen Vögel überzeugen können. Sein Leitspruch lautet: "Es ist immer wichtig, miteinander zu reden". Jedenfalls kann er sagen: "Gemeinsam haben wir bisher immer eine Lösung gefunden, um diesen selten gewordenen, eleganten Fliegern eine Zukunft auch mitten unter uns, zu ermöglichen."

Damit Mehl- und Rauchschwalben mitten in Deutschland und im Kreis Offenbach eine Zukunft haben, ist es wichtig:

  • Die Brutplätze der Schwalben an den Wänden zu dulden,
  • das Brutgeschehen der Sommerboten zu akzeptieren,
  • dieses durch das Aufhängen von Nisthilfen zu fördern und
  • eine Lehmpfütze zum Bau eines Nestes bereitzustellen.

Weitere Informationen zur "Schwalbenfreundlichkeit" gibt es beim örtlichen Vogelschutzbeauftragten Rudolf Keil, Telefon 06074 26296. Für Fragen zum rechtlichen Artenschutz steht der Kreis Offenbach, Untere Naturschutzbehörde, Telefon 06074 8180-4106, bereit.

(Text: Kreis Offenbach, 07.10.2020)

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