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Segmented Approach soll ab 1. März ganztägig getestet werden

Probebetrieb Segmented Approach bei Betriebsrichtung 25 (Foto: Magistrat der Stadt Neu-Isenburg)
Probebetrieb Segmented Approach bei Betriebsrichtung 25 (Foto: Magistrat der Stadt Neu-Isenburg)

Die Fluglärmkommission hat in ihrer Sitzung vom 17. Februar 2021 beschlossen, dass der so genannte Segmented Approach ab 1. März ganztägig erprobt werden soll. Durch dieses Anflugverfahren soll der Fluglärm bei Betriebsrichtung West in Offenbach und Hanau verringert werden – zu Lasten von einigen Städten südlich der Standard-Anflugrouten. Gegen diese Entscheidung wehren sich nun die Anrainer im Kreis Offenbach wie Neu-Isenburg, Heusenstamm und Obertshausen. Neu-Isenburg und Heusenstamm, Mitglieder der Fluglärmkommission, haben neben anderen in der Sitzung gegen den Probebetrieb gestimmt.

Der Segmented Approach ist kein neues Anflugverfahren, es wurde bereits 2010 im Rahmen des ersten Maßnahmenpakets „Aktiver Schallschutz“ des Expertengremiums Aktiver Schallschutz vorgeschlagen. Da diese Maßnahme die Kapazität der Flugbewegungen mindert, wurde es aber bisher nur in den Nachtstunden geflogen. Jetzt aber will die Deutsche Flugsicherung (DFS) den Segmented Approach auch tagsüber erproben. Ab dem 1. März soll also der Testbetrieb beginnen, und zwar zu folgenden Zeiten:

  • 5.00 bis 7.00 Uhr,
  • 13.00 bis 18.00 Uhr und
  • 20.00 bis 23.00 Uhr.

Begleitet wird das Ganze durch ein Lärm-Monitoring, um festzustellen, wie sich das Verfahren auf die Lärmverteilung auswirkt.

Bereits 2010 haben sich die betroffenen Kommunen zusammengetan und Klage erhoben. Die Klage wurde dann später fallengelassen, weil der Segmented Approach lediglich bei Verspätungsflügen durchgeführt werden sollte. Ferner war man damals noch der Ansicht, dass aufgrund der Kapazitätseinschränkung ein Regelbetrieb nicht möglich sei. Dies scheint sich mittlerweile geändert zu haben.

Heusenstamms Bürgermeister Halil Öztas: „Ich kritisiere die Vorgehensweise in der Fluglärmkommission (FLK). Die Vorlage wurde überfallartig in die Beratungen eingebracht, ohne dass den Teilnehmenden der Kommunen die Möglichkeit der Kommunikation gegeben wurde. Die Vorlaufzeit zum Beginn des Probebetriebs ist erheblich zu kurz. Im Grunde agiert die FLK anders, als sie bei der Vorstellung des Maßnahmenprogramms Aktiver Schallschutz vorgab. Damals hieß es, man würde vor Einführung von einzelnen Maßnahmen Konsultationsverfahren durchführen; die sollen jetzt nachgeschoben werden. Die Deutsche Flugsicherung (DFS) schlägt etwas Anderes vor, als im Maßnahmenprogramm vorgesehen. Es entsteht der Eindruck, dass die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter für dumm verkauft werden. Ich fordere den Kreis Offenbach auf, sich mit den Kreiskommunen zu solidarisieren, auch wenn die Stadt Mühlheim durch diese Neuregelung etwas bevorteilt wird. Tatsächlich werden in Seligenstadt, Rodgau, Obertshausen, Heusenstamm, Hainburg, Dietzenbach und Neu-Isenburg rund 100.000 Menschen neu belastet. Das gehört sich nicht.“

„Es kann nicht sein“, so Bürgermeister Herbert Hunkel aus Neu-Isenburg, „dass weiterhin Flugverfahren eingeführt werden sollen, bei denen es lediglich Lärmverschiebungen gibt. Wir können nicht akzeptieren, dass unsere Kommunen zusätzlich mit Lärm belastet werden. Bereits jetzt haben viele unserer Bürgerinnen und Bürger unter Auto-, Schienen- und Fluglärm zu leiden. Gerade Gravenbruch ist jetzt schon durch die A3 und den bereits bestehenden Fluglärm besonders betroffen. Eine zusätzliche Belastung können wir so nicht hinnehmen. Wir müssen endlich damit anfangen, die Betroffenen im Allgemeinen zu entlasten und nicht weiter zu belasten.“

„Inhaltlich schließt sich die Stadt Obertshausen ausdrücklich dieser Stellungnahme der Bürgermeisterkollegen aus Heusenstamm und Neu-Isenburg an. Wir werden uns an zukünftigen Aktionen und Maßnahmen zur Verbesserung der Situation beteiligen“, sagt Bürgermeister Manuel Friedrich aus Obertshausen.

 

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