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Fahnen gehisst: Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Die Fahnen sind gehisst! V.l.: Katrin Roth, Johanna Fritz, Bürgermeister Halil Öztas, Gundi Wilz.
Die Fahnen sind gehisst! V.l.: Katrin Roth, Johanna Fritz, Bürgermeister Halil Öztas, Gundi Wilz.

Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen ist ein jährlich am 25. November stattfindender Aktionstag, der sich der Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt in jeglicher Form gegenüber Frauen und Mädchen widmet. Bundesweit bekannt ist inzwischen die Fahnenaktion von Terres des Femmes. Die Organisation kämpft bereits seit 40 Jahren für ein selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben für Mädchen und Frauen. Anlässlich des Jubiläums gibt es die Kampagne #bornequal – ausführliche Infos zur Kampagne und zur Arbeit von Terres des Femmes gibt es unter frauenrechte.de. Bereits 2001 ließ die Frauenrechtsorganisation erstmalig die Fahnen wehen, um ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Seither wird die Aktion in zahlreichen Kommunen aufgegriffen und weitergetragen.

So auch wieder in Heusenstamm: Vor dem Schlossrathaus haben die städtischen Frauenbeauftragten Johanna Fritz, Katrin Roth und Gundi Wilz gemeinsam mit Bürgermeister Halil Öztas die Fahnen, auf denen die klare Forderung „Frei leben ohne Gewalt“ gedruckt ist, für eine Woche gehisst. Neben dem Aufhängen der Fahnen wird einen Monat lang die ausgehende Post der Stadtverwaltung mit einem Stempel zum Gedenktag versehen.

Hintergrund für die offizielle Initiierung des Aktionstages durch die Vereinten Nationen (UN) war die Entführung, Vergewaltigung, Folterung und Ermordung dreier Schwestern im Jahr 1960. Seither steht der Aktionstag im November symbolisch dafür, Unrecht, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen weltweit anzuprangern und durch öffentliche Aktionen zu verdeutlichen, dass Frauenrechte nicht verhandelbar sind und Gewalt keine Privatsache ist.

Auch in Deutschland gehört Gewalt zum Erfahrungshorizont vieler Frauen und Mädchen. Für Frauen ist das Risiko, Gewalt in der Partnerschaft zu erfahren, weitaus höher als von einer fremden Person tatsächlich angegriffen zu werden. Häusliche Gewalt betrifft zu zwei Dritteln Frauen und umfasst das gesamte Spektrum von physischer, sexueller und psychischer Gewalt. Das reicht von subtilen Formen der Gewaltausübung über Demütigungen, Beleidigungen, Einschüchterungen, Bedrohungen, Misshandlungen und Freiheitsberaubungen bis hin zu Vergewaltigungen oder gar zur versuchten oder vollendeten Tötung. Beziehungen, in denen Gewalt ausgeübt wird, unterliegen häufig einer Eigendynamik, die einem bestimmten Muster folgt. Typisch ist dabei, dass sich die Situation zunächst beruhigt und der oder die Gewaltausübende sich entschuldigt, dann aber weiter gewalttätig wird. Eventuell werden mit der Zeit die Abstände zwischen den einzelnen Übergriffen kürzer und die Schwere der Gewalt nimmt zu. Gewalt in Paarbeziehungen betrifft alle Bildungs- und Einkommensschichten gleichermaßen und existiert in allen Altersgruppen, Nationalitäten und Kulturen. Dennoch wird Gewalt gegen Frauen und Mädchen nach wie vor oft bagatellisiert und unterschätzt.

Wer Opfer häuslicher Gewalt ist, kann sich an zahlreiche Institutionen im Kreis Offenbach wenden. Etwa das Frauenhaus sowie die angeschlossene Beratungsstelle „Frauen helfen Frauen“, den Kinderschutzbund, das Jugendamt oder natürlich direkt an die Polizei unter der Telefonnummer 110. Das Hilfetelefon ‚Gewalt gegen Frauen‘ ist für Betroffene in 17 Sprachen rund um die Uhr unter der Telefonnummer 08000 116016 erreichbar. Auch zeigt die Initiative „Stärker als Gewalt“, wie sich Gewalt beenden lässt und wo Betroffene Hilfe finden. Im Aktionsmonat November lassen sich mithilfe eines QR-Codes schnell und einfach Informationen finden, um sich aktiv gegen Gewalt einsetzen zu können. Mehr Infos gibt es auf staerker-als-gewalt.de.

Natürlich bieten auch die Ansprechpartnerinnen das Familien- und Frauenbüros im Rathaus telefonisch Beratung zu diesen und weiteren Themen unter 06104 607-1717 und 607-1718 an.

 

 

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