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Istanbul-Konvention: Frauenbüro zeigt sich solidarisch

Der Austritt der Türkei aus einem Abkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, die sogenannte Istanbul-Konvention, hat große Empörung ausgelöst. Das Übereinkommen wurde 2011 von der Türkei und 45 weiteren Staaten unterzeichnet und ratifiziert. Mitte März hat der türkische Präsident Erdoğan per Dekret verfügt, dass die Türkei aus der Konvention austritt. Durch den Austritt wird das Thema Gewalt gegen Frauen wieder ins Private verlagert und die gesellschaftliche Verantwortung für ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben von Frauen und Mädchen abgestreift.

Das Frauenbüro Heusenstamm zeigt sich solidarisch mit allen Frauen, die aktuell auf die Straße gehen und für Geschlechtergerechtigkeit und Frauenrechte kämpfen und sich diesen Entwicklungen entschlossen entgegenstellen. Auch im digitalen Raum gibt es die Möglichkeit sich für Frauenrechte einzusetzen. Unter https://www.change.org/p/wir-geben-die-istanbul-konvention-nicht-auf gibt es eine Online-Petition, die zur Unterzeichnung aufruft und sich für die Umsetzung des Übereinkommens stark macht.

Jede dritte Frau ist mindestens einmal in ihrem Leben von körperlicher und/oder sexueller Gewalt betroffen. Auch in Deutschland ist die Istanbul-Konvention noch nicht in Gänze umgesetzt. Es gibt unvermindert hohe Zahlen an Partnerschaftsgewalt. Jeden 3. Tag wird weltweit eine Frau vom Partner oder Ex-Partner getötet. Häusliche Gewalt kann unterschiedliche Formen annehmen und die Dunkelziffer ist hoch, auch weil viele Betroffene die Tatperson nicht anzeigen. Umso wichtiger ist es, dass ein aufmerksames Umfeld Betroffenen Hilfe anbietet. Informationen, wie man häusliche Gewalt erkennen kann, lassen sich zum Beispiel unter www.stärker-als-gewalt.de finden.

Es ist davon auszugehen, dass die Corona-Pandemie die häusliche Gewalt verschärft hat. Wer zuhause Gewalt erfährt, ist aber auch in der aktuellen Ausnahmesituation nicht allein. Angebote vor Ort und bundesweite Angebote wie das Hilfetelefon 08000 116016 bieten kostenlos, schnell und unbürokratisch Beratung – telefonisch oder per Internet (www.hilfetelefon.de). Natürlich bietet auch das Frauenbüro Heusenstamm telefonisch Beratung zu diesen und weiteren Themen unter 06104 607-1717.

 

 

 

 

 

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