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Rassistischer Anschlag von Hanau: Gedenkveranstaltung mit breiter Beteiligung
Gedenkveranstaltung 2026 auf dem Bahnhofsplatz. (Foto: Firdes Ceylan)
Sechs Jahre nach dem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau vom 19. Februar 2020 wurde am Sonntag, 22. Februar 2026, in Heusenstamm öffentlich der Opfer gedacht. Zu der Gedenkveranstaltung auf dem Bahnhofsplatz hatten die Arbeitsgruppe Hanau-Gedenken gemeinsam mit der Stadt eingeladen. Rund 65 Bürgerinnen und Bürger nahmen zwischen 15:00 und 16:00 Uhr an dem stillen Gedenken unter freiem Himmel und unter Polizeischutz teil.
Im Mittelpunkt standen die neun Menschen, die beim Anschlag ermordet wurden: Ferhat Unvar, Hamza Kurtović, Said Nesar Hashemi, Vili Viorel Păun, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Velkov, Fatih Saraçoğlu, Gökhan Gültekin und Sedat Gürbüz. Die Anwesenheit der Eltern von Sedat Gürbüz verlieh dem Gedenken eine besondere emotionale Tiefe und machte deutlich, wie präsent die Folgen der Tat bis heute sind. Darüber hinaus wurde Ibrahim Akkus gedacht, der den Anschlag schwer verletzt überlebt hatte und nun – sechs Jahre nach der Tat – an den Folgen der erlittenen Verletzungen verstorben ist.
Erstmals beteiligten sich in diesem Jahr auch Jugendliche des Heusenstammer Kinder- und Jugendparlaments an der Veranstaltung. Ihre Teilnahme unterstrich den generationsübergreifenden Charakter des Erinnerns und die Bedeutung, das Gedenken auch für junge Menschen lebendig zu halten.
Nach einer einleitenden Ansprache folgte ein stiller Moment des Erinnerns. In regelmäßigen Abständen wurden die Namen der Ermordeten verlesen, um ihre Erinnerung zu bewahren und ihre Würde zu ehren.
Einen Bezug zur regionalen Schulgemeinschaft stellte ein Lehrer der Georg-Kerchensteiner-Schule in Obertshausen her. Er berichtete von einer schulischen Gedenkveranstaltung am 19. Februar 2026 für den ehemaligen Mitschüler Hamza Kurtović und die weiteren Opfer des Anschlags, bei der eine Schülerin eine eindrucksvolle Rede gehalten hatte.
Zum Abschluss wandte sich Bürgermeister Steffen Ball an die Anwesenden. Er ordnete den Jahrestag als Moment des Innehaltens ein und betonte die Verantwortung der Gesellschaft, Rassismus und Ausgrenzung entschieden entgegenzutreten. Für Heusenstamm bedeute dies, Vielfalt als Stärke zu verstehen und sich dauerhaft für ein respektvolles, demokratisches Zusammenleben einzusetzen.
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