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Ausstellung "Lebenswerk" des Künstlers Wolfgang Franz vom 18. März bis 29. April

Eines der Werke von Wolfgang Franz (es zeigt den Schlosseingang).
Eines der Werke von Wolfgang Franz (es zeigt den Schlosseingang).

Am 6. März 2026 feierte der Heusenstammer Künstler Wolfang Franz seinen 95. Geburtstag. Für ihn ist das der Anlass, fortan beim Künstlerverein ein wenig kürzerzutreten: Seit 2008 war er der Vorsitzende, nun gibt es einen Wechsel an der Vereinsspitze. „Langsam wurde es mir ein bisschen zu viel“, sagt der Künstler – nach 26 konzipierten und im Haus der Stadtgeschichte umgesetzten Ausstellungen. 

Sein Geburtstag ist zudem der Anlass für die Ausstellung „Lebenswerk“, die vom 18. März bis 29. April im Rathaus (Im Herrngarten 1) zu sehen sein wird.

Wolfgang Franz wurde am 6. März 1931 in Leipzig geboren und verbrachte dort Kindheit und frühe Jugend. Nach dem Zweiten Weltkrieg absolvierte er eine Lehre zum Modellbauer: Doch den Wunsch, Kunstgeschichte zu studieren hatte er früh – dazu holte er sein Abitur am Abendgymnasium nach. Der Kunstbegeisterte fiel zwar mit seiner kreativen Ader auf, doch „verrmutlich auch mit meinem frechen Mund“. Dieser wurde ihm zum Verhängnis, denn die Stasi verhinderte, dass Franz in der DDR ein Kunststudium antreten konnte.

Mit dem Plan, in Westdeutschland an der Goethe-Universität seinen Traum zu verwirklichen, zog er 1959 zu seiner Tante nach Frankfurt. Doch die Türen hessicher Hörsäle blieben für ihn verschlossen, denn das Abendabitur wurde ihm nicht anerkannt. In seinem Beruf als Modellbauer war er in der Automobilbranche aktiv und wurde dank seines Zeichentalents ein wichtiges Mitglied der Firma Offenbacher Modellbau. Er absolvierte seine Meisterprüfung in diesem Bereich und sollte den Betrieb 1975 übernehmen. 1983 zog es den Wahl-Offenbacher und seine Frau schließlich in die Schlossstadt, in der er bis heute seine kreativen Spuren hinterlässt.

Seine Inspiration holt sich Franz aus alten Urlaubfotos und Schnappschüssen: Motive, die er einst mit der Fotokamera eingefangen hat, bringt er in veränderter Form zu Papier. „So erschaffe ich Situationen, die eigentlich so nicht stattgefunden haben oder nicht stattfinden können“, erläutert er. Ein Werk, das er neulich verkauft hat, zeigt den Kiosk des Pächters Henner Rode, der in der Frankfurter Straße beheimatet war. Daruaf sind drei Männer zu sehen, die mit dem Rücken zum Betrachter gewandt auf einer lehnenlosen Bank sitzen. Sie werden beobachtet – von einer Person, die hinter einem Vorhang hervorlugt. Die Bank gibt es, den Kiosk gab es. Das Ensemble in Gänze ist jeodch frei erfunden.

Ein anderes Bild gewährt einen Blick in die Vergangenheit am Hofgut Patsershausen. Neben sattem Grün ist vor dem gemauerten Wohnbau noch die alte Stromleitung zu sehen. „Der Baum steht so heute nicht mehr“, sagt Franz über das Aquarell, das wirkt, als hätte es Sonnenstrahlen eingefangen.

Für die Ausstellung „Lebenswerk“ stellt der Künstler derzeit 40 Bilder zusammen. Die Auswahl falle nicht leicht. Auch ein Lieblingsbild könne er nicht nennen, denn das wechsele regelmäßig. Eines seiner größten Werke, zumindest von der Fläche her gesehen, hängt aber nicht mehr lange: Franz hat die Wände der katholischen Kita Arche Noah bemalt, die im Sommer ihre Türen schließt. (Text: Lisa Schmedemannm, Offenbach-Post, 06.03.2026)

Ausstellung "Lebenswerk"

Die Ausstellung „Lebenswerk“ kann von Mittwoch, 18. März, bis Mittwoch, 29. April 2026, im ersten Obergeschoss des Rathauses zu den allgemeinen Öffnungszeiten besichtigt werden.

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