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Neujahrsempfang: Ehrenamtspreis 2026 an die Initiative Stolpersteine verliehen

Stadtverordnetenvorsteher Peter Jakoby (2.v.l), Bürgermeister Steffen Ball (r.) und Erster Stadtrat Paul Sassen (l.) gratulieren den Preisträgerinnen und Preisträgern der Initiative Stolpersteine (Mitte links: Brigitte Fischer, Mitte rechts: Gisela Beez).
Stadtverordnetenvorsteher Peter Jakoby (2.v.l), Bürgermeister Steffen Ball (r.) und Erster Stadtrat Paul Sassen (l.) gratulieren den Preisträgerinnen und Preisträgern der Initiative Stolpersteine (Mitte links: Brigitte Fischer, Mitte rechts: Gisela Beez).

Rund 250 geladene Gäste waren am Sonntagabend zum Neujahrsempfang der Stadt Heusenstamm ins Kultur- und Sportzentrum Martinsee gekommen. Darunter waren Vertreterinnen und Vertreter sowie Funktionsträgerinnen und -träger aus der städtischen Politik, den Nachbarkommunen, dem Heusenstammer Ehrenamt aus Vereinen und Organisationen, Interessensgemeinschaften und Bürgerinitiativen, Sozialverbänden, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Schulen, Polizei und Feuerwehren sowie aus der Wirtschaft und dem Einzelhandel.

Besonderer Programmhöhepunkt war die Verleihung des städtischen Ehrenpreises 2026 an die Initiative Stolpersteine. Erster Stadtrat Paul Sassen skizzierte in seiner Laudatio das wichtige Engagement für unsere Stadt. Stellvertretend für die Initiative nahmen Mitbegründerinnen Gisela Beez und Brigitte Fischer sowie Steffi Valter, Eilika Götting, Hans-Jürgen Schwald und Dr. Roland Krebs die Urkunde entgegen.

Vor dreißig Jahren legten die verstorbene Sabine Richter-Rauch, Gisela Beez und Brigitte Fischer in Heusenstamm den Grundstein für die Initiative Stolpersteine. In enger Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Geschichtsverein entstand daraus eine wegweisende Form der lokalen Erinnerungsarbeit. Durch intensive Recherche- und Bildungsarbeit wurden bedeutende Publikationen zur jüdischen Geschichte und zur NS-Zeit in Heusenstamm erarbeitet, die bis heute als wichtige historische Quellen und Mahnungen dienen.

Aus dieser Pionierarbeit entwickelte sich der heutige Arbeitskreis Initiative Stolpersteine, der die historische Aufarbeitung mit Stadtrundgängen, Bildungsangeboten und der Pflege der Stolpersteine kontinuierlich fortführt. Ein sichtbares Zeichen dieses Engagements war die erste Verlegung von Stolpersteinen im März 2007 durch den Künstler Günter Demnig. An fünf Standorten erinnern seither 16 Messingsteine an die Namen und Schicksale von verfolgten und ermordeten Menschen aus Heusenstamm.

Neujahrsempfang 2026.
Neujahrsempfang 2026.

Jeder Stolperstein steht für ein individuelles Leben und verweist auf Familien und Nachbarn, die einst Teil der Stadtgesellschaft waren. Die Erinnerungsarbeit wurde in den vergangenen Jahren weiter ausgebaut. Im Januar 2021 entstand ein Stolperstein-Rundgang, aus dem die mobile Website „Heusenstamm in der NS-Zeit“ hervorging. An 17 Stationen macht sie vor Ort und digital Texte, Bilder und Videos zugänglich und verweist auf zentrale Orte wie die ehemalige Synagoge und den jüdischen Friedhof – letzte Zeugnisse einer über 500-jährigen jüdischen Geschichte in der Stadt.

Sassen: „Ihr Engagement galt und gilt dem würdigen Gedenken an die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger Heusenstamms sowie an all jene Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus entrechtet, deportiert und ermordet wurden. Erinnerung und Verantwortung sind für Sie untrennbar miteinander verbunden. Dieses außergewöhnliche ehrenamtliche Wirken steht beispielhaft für eine lebendige, verantwortungsbewusste Erinnerungskultur. Die Stadt Heusenstamm spricht Ihnen ihren besonderen Dank und ihre hohe Anerkennung aus.“

Gisela Beez und Brigitte Fischer, die von der Ehrung überrascht wurden, bedankten sich stellvertretend für die Initiative herzlich für die Nominierung und die Verleihung durch den Magistrat: „Wir danken herzlich für diese Auszeichnung. Sie ist Anerkennung für viele Jahre gemeinsamer Erinnerungsarbeit und zugleich Auftrag für die Gegenwart. Die aktuellen rechten politischen Tendenzen erfüllen uns mit großer Sorge. Die Geschichte zeigt, wie schnell ein Systemwechsel geschehen kann – auch das nationalsozialistische Unrecht kam nicht über Nacht. Gerade deshalb ist es heute wichtiger denn je, wachsam zu bleiben und Verantwortung für Demokratie, Menschenwürde und Erinnerung zu übernehmen.“

Infobox

Der Ehrenamtspreis der Stadt Heusenstamm wurde in diesem Jahr das dritte Mal verliehen. Mit dem Preis soll einmal jährlich die unschätzbare Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements für die Stadtgesellschaft gefördert werden. Nominierungen und Bewerbungen werden von den Bürgerinnen und Bürgern eingereicht. Der Magistrat beschließt die Preisträgerinnen und Preisträger per Mehrheitsbeschluss. Sie erhalten eine Urkunde und eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 1000 Euro.

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