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Stadt geht aktiv gegen Vermüllung an Altkleidercontainern vor
Der Austausch mit allen Beteiligten trägt bereits erste Früchte: Bürgermeister Steffen Ball (l.), Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent Paul Sassen (Mitte) und Fachdienstleiter Sicherheit & Ordnung Christian Rücker (r.) begutachten Altkleidercontainer-Standorte im Stadtgebiet (hier: Parkplatz des REWE-Centers, Werner-von-Siemens-Straße 2).
Die Stadt Heusenstamm reagiert entschlossen auf die zunehmenden Vermüllungen rund um Altkleidercontainer im Stadtgebiet. Bei einem gemeinsamen Arbeitstreffen mit gemeinnützigen Organisationen, gewerblichen Sammlern sowie der Stadtverwaltung wurden konkrete Maßnahmen vereinbart, um die Situation kurzfristig zu verbessern und langfristig tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Bürgermeister Steffen Ball betont: „Die Vermüllung einzelner Containerstandorte ist für Bürgerinnen und Bürger ebenso ärgerlich wie für die Stadt. Uns ist wichtig klarzustellen: Wir lassen das Problem nicht liegen, sondern packen es gemeinsam mit allen Beteiligten aktiv an. Ziel ist eine saubere, verlässliche und sozial verantwortliche Lösung.“
Gemeinsame Verantwortung von Stadt und Sammlern
An dem Austausch nahmen der seit 1. März für viele der Sammelcontainer für die Entleerung zuständige neue Dienstleister, mehrere gemeinnützige Organisationen sowie gewerbliche Aufsteller teil. Einigkeit bestand darüber, dass die aktuelle Lage nicht allein ein lokales Problem ist, sondern Ausdruck einer europaweiten Krise im Alttextilmarkt.
Die Stadt wird künftig sämtliche Containerstandorte systematisch erfassen, feste Ansprechpersonen je Aufsteller verpflichtend machen, um Meldewege bei Missständen zu verbessern sowie eine stärkere Bündelung von Standorten - etwa auch am Wertstoffhof - prüfen.
Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent Paul Sassen erklärt: „Sauberkeit im öffentlichen Raum hat für uns hohe Priorität, unabhängig davon, ob die Container auf öffentlichem oder privatem Gelände stehen. Klare Zuständigkeiten und schnelle Reaktionswege sind entscheidend. Gleichzeitig wissen wir, dass viele Anbieter gemeinnützige Arbeit finanzieren – deshalb suchen wir bewusst gemeinsam nach Lösungen statt nach Schuldigen.“
Warum Container derzeit häufiger überfüllt sind
Dass Altkleider aktuell teilweise nicht zeitnah abgeholt werden können, hat vor allem strukturelle Gründe. Fachverbände sprechen inzwischen von einer tiefen Krise der europäischen Alttextilbranche.
Mehrere Entwicklungen treffen gleichzeitig zusammen:
- Einbruch der internationalen Absatzmärkte: Gebrauchte Kleidung lässt sich deutlich schlechter weiterverkaufen; traditionelle Exportmärkte nehmen weniger Waren ab.
- Überangebot durch Fast Fashion: Immer größere Mengen günstiger Kleidung gelangen schneller in die Sammlung, sind aber oft kaum wiederverwertbar.
- Deutlich mehr Textilien landen in Containern, während Sortier- und Recyclingkapazitäten noch fehlen.
- Fallende Marktpreise bei steigenden Kosten: Die Erlöse decken vielerorts nicht mehr die Sammlung und Sortierung.
- Hoher Fremdmüllanteil: Fehlwürfe wie Hausmüll oder Sperrgut verursachen zusätzliche Kosten und verzögern Abtransporte.
Gemeinnützige Arbeit weiterhin sichern
Viele der beteiligten Organisationen finanzieren mit Altkleidersammlungen soziale Projekte. Die Stadt will deshalb bewusst an einem funktionierenden Sammelsystem festhalten. Ball unterstreicht: „Altkleidercontainer sind nicht nur Entsorgungsorte, sondern unterstützen wichtige soziale Angebote. Unser Ziel ist es, diese Strukturen zu erhalten.“
Kurzfristig sollen Reinigung, Betreuung und Logistik einzelner Standorte neu organisiert werden. Parallel prüft die Stadt eine stärker kontrollierte Sammlung an zentralen Punkten, um illegale Ablagerungen zu reduzieren und die Abholung zu erleichtern.
Sassen fasst zusammen: „Wir setzen auf Kooperation statt Konfrontation. Gemeinsam mit gemeinnützigen und gewerblichen Partnern wollen wir ein System schaffen, das sauber funktioniert und auch unter den schwierigen Marktbedingungen Bestand hat.“
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