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Volkshochschule Heusenstamm wird geschlossen

Stadtverordnetenversammlung beschließt Ende des städtischen Kursbetriebs | Kinderschwimmkurse sollen erhalten bleiben

Die Volkshochschule Heusenstamm wird ihren Kursbetrieb zum Frühjahr 2027 einstellen. Das hat die Stadtverordnetenversammlung in ihrer jüngsten Sitzung mehrheitlich beschlossen. Mit der Entscheidung reagiert die Stadt auf eine veränderte Nachfrage, die finanzielle Situation der Volkshochschule und die vorhandenen Doppelstrukturen mit der Volkshochschule Kreis Offenbach. Für die Kinderschwimmkurse wird die Stadt ein vergleichbares Angebot sicherstellen. Der Magistrat wurde beauftragt, hierzu die bereits begonnenen Gespräche mit der Volkshochschule Kreis Offenbach, ortsansässigen Vereinen sowie Dozentinnen und Dozenten fortzuführen.

„Die Entscheidung zur Schließung der Volkshochschule ist uns nicht leichtgefallen. Gleichzeitig müssen wir mit den finanziellen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen, verantwortungsvoll umgehen und unsere Ressourcen dort einsetzen, wo sie für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger besonders gebraucht werden. Bei den Kinderschwimmkursen wollen wir deshalb sicherstellen, dass für Familien auch künftig ein verlässliches Angebot besteht“, sagt Bürgermeister Steffen Ball.

Das Kursangebot der Heusenstammer Volkshochschule hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Klassische Bildungsangebote werden nur noch in geringem Umfang nachgefragt. Einen großen Teil des Programms machen inzwischen Gesundheits-, Bewegungs- und Schwimmkurse aus. Gerade in diesen Bereichen gibt es jedoch bereits zahlreiche Angebote von Vereinen, privaten Anbietern und der Volkshochschule Kreis Offenbach. Durch die Schließung der städtischen Volkshochschule können deshalb Doppelstrukturen abgebaut und vorhandene Angebote besser genutzt werden.

„Viele der sportlichen Angebote machen unsere Sportvereine, getragen von viel ehrenamtlichem Engagement. Wir wollen unseren Vereinen mit einem staatlich subventionierten Kursangebot Konkurrenz zu machen. Mit der Schließung stärken wir deshalb auch das Vereinsleben in Heusenstamm“, betont Bürgermeister Steffen Ball.

Hinzu kommt die Frage der Zuständigkeit. Nach dem Hessischen Weiterbildungsgesetz ist die Sicherstellung der Weiterbildung Aufgabe der Landkreise und kreisfreien Städte, nicht der kreisangehörigen Gemeinden. Der Kreis Offenbach unterhält dafür die Kreisvolkshochschule. Heusenstamm finanziert sie über die Kreisumlage bereits mit, und diese ist in den vergangenen Jahren um mehr als 80 Prozent gestiegen. Mit einer eigenen Volkshochschule hat die Stadt diese Aufgabe zusätzlich und aus eigenen Mitteln wahrgenommen.

Auch die wirtschaftliche Situation spielt eine wichtige Rolle. Die Volkshochschule arbeitet defizitär. Besonders die Kinderschwimmkurse sind aufgrund der kleinen Gruppen und der vergleichsweise niedrigen Kursgebühren mit hohen Kosten verbunden. Gleichzeitig kommen viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus umliegenden Kommunen. Andere Kurse erreichen hingegen nur noch wenige Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Mit der Schließung entfallen künftig Personal- und Sachkosten. Unter anderem wird eine Personalressource von 0,5 Vollzeitstellen frei, die kurz- und mittelfristig im Rahmen der natürlichen Fluktuation und Personal-Nachfolgeplanung eingespart werden kann.

Die Schließung ist Teil der Konsolidierungsbemühungen der Stadt. Mit der Seligenstädter Erklärung haben die Bürgermeister des Kreises Offenbach gegenüber dem Land deutlich gemacht, dass die Kommunen finanziell am Limit sind. „Diese Botschaft ist nur glaubwürdig, wenn wir bei unseren eigenen freiwilligen Leistungen konsequent sind. Jede freiwillige Leistung muss sich daran messen lassen, ob sie gegen ein Defizit bestehen kann, das wir schon bei Pflichtaufgaben wie der Kinderbetreuung nicht mehr decken können“, so Ball.
 

Was bedeutet das für die bisherigen Angebote?

Die Stadt möchte nicht sämtliche bisherigen VHS-Angebote selbst ersetzen. Wo es Nachfrage gibt, können bestehende Angebote künftig durch Vereine, private Anbieter, die Kreisvolkshochschule oder andere Träger fortgeführt oder neue entwickelt werden. Die Stadt schafft damit Raum für vorhandene und neue Anbieter und stärkt zugleich die Eigenverantwortung und Vielfalt des örtlichen Angebots.

Eine besondere Rolle spielen die Kinderschwimmkurse. Weil Schwimmenlernen eine wichtige Fähigkeit ist und die Kurse von Familien stark nachgefragt werden, wird die Stadt hier für Kontinuität sorgen. Der Magistrat führt dazu die bereits begonnenen Gespräche mit möglichen Partnern fort, damit die Kurse möglichst nahtlos ab dem Frühjahr 2027 wieder angeboten werden können.

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