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Stadt setzt Maßnahmen an der Bieber um

Die aufgestaute Bieber in Richtung der A3.
Die aufgestaute Bieber in Richtung der A3.

Rückstau beeinträchtigt Kläranlage und Hochwasserschutz

Die Biber fühlen sich an der Bieber seit Jahren wohl. Ihre Bautätigkeit hat allerdings Folgen: Ein Damm nahe der Autobahn 3 staut das Wasser zurück und beeinträchtigt dadurch den Abfluss des gereinigten Abwassers aus der Kläranlage. Auch angrenzende Uferbereiche, Wiesen und Felder stehen dauerhaft unter Wasser. Damit können diese Flächen bei Hochwasser und Starkregen weniger Wasser aufnehmen als vorgesehen.

Um die Situation zu verbessern, setzt die Stadt Heusenstamm nun mehrere Maßnahmen um. Diese wurden zuvor mit den zuständigen Fachbehörden, darunter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Offenbach und dem Biberbeauftragten des Regierungspräsidiums Darmstadt, abgestimmt.

„Wir wollen die Biber nicht vertreiben. Aber wir müssen dafür sorgen, dass unsere Kläranlage zuverlässig arbeiten kann und die angrenzenden Flächen ihre wichtige Funktion beim Hochwasser- und Starkregenschutz erfüllen können. Dafür brauchen wir Lösungen, die den Schutz der Tiere ebenso berücksichtigen wie die Anforderungen an unsere Infrastruktur“, sagt Bürgermeister Steffen Ball.

Arbeiten am Biberdurchlass Renigishausen

Den Auftakt macht am Donnerstag, 29. Oktober 2026, die Entfernung von angespültem Holz und anderem Schwemmmaterial am Einlaufbereich des Biberdurchlasses im Bereich Renigishausen. Ein Bagger wird das Material von der Brücke aus entfernen; anschließend wird das Holz in einiger Entfernung als Totholzhaufen abgelegt. Während der Arbeiten ist die Brücke für Spaziergängerinnen und Spaziergänger gesperrt. Entsprechende Absperrungen werden aufgestellt.

Biberdamm.
Biberdamm.

Schlosswiese: Wasser soll zurück in die Bieber fließen

Im Anschluss wird die Stadt die Entwässerungssituation auf der Schlosswiese verbessern. Bei Überschwemmungen sammelt sich Wasser derzeit in einer Geländeecke nahe dem Kinderhaus Wiesenborn. Die Wege wirken dabei teilweise wie Barrieren, sodass sich das Wasser staut und Wege überfluten kann.

Dafür wird ein bestehender Graben teilweise verfüllt und das Gelände zwischen Graben und Weg neu modelliert. So soll das Wasser künftig auf natürlichem Weg zurück in die Bieber fließen können. Nach Abschluss der Arbeiten wird die Fläche mit Grassoden abgedeckt, um den Boden vor Erosion zu schützen. Eine Sperrung des Weges ist nach aktuellem Stand nicht erforderlich.

Neuen Biberdamm an der Kläranlage zurückbauen

Als weitere Maßnahme wird der neue Biberdamm im Bereich der Kläranlage vollständig abgetragen. Ziel ist es, den Wasserstand wieder auf das Niveau abzusenken, das durch den älteren, verrohrten Biberdamm bestimmt wird. Die Arbeiten werden voraussichtlich etwa zwei Tage dauern und von einem ökologischen Fachbüro begleitet.

Dabei wird schrittweise vorgegangen: Der Damm wird abschnittsweise von oben nach unten abgetragen. Zwischen den einzelnen Arbeitsschritten wird jeweils abgewartet, bis das Wasser abgeflossen ist und sich der Wasserstand angeglichen hat. So soll verhindert werden, dass plötzlich größere Wassermengen abfließen. Der ältere Damm bleibt bestehen, damit die Biberburg nicht beeinträchtigt wird.

Wie geht es danach weiter?

Die Genehmigung für den Rückbau des neuen Biberdamms gilt einmalig. Deshalb werden die Stadt und die zuständigen Fachbehörden anschließend beobachten, wie sich die Situation entwickelt und ob die Biber erneut einen Damm errichten.

Mit den abgestimmten Maßnahmen möchte die Stadt die Funktionsfähigkeit der Kläranlage sichern und die Voraussetzungen dafür verbessern, dass die angrenzenden Flächen ihre Aufgabe beim Hochwasser- und Starkregenschutz wieder besser erfüllen können. Dabei gilt es, die unterschiedlichen Anforderungen an Gewässer, Artenschutz, Abwasserentsorgung und Hochwasserschutz miteinander in Einklang zu bringen

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