zurück
Waschbär
Waschbär - Procyon lotor (Foto: Alexa auf pixabay)
Der Waschbär stammt ursprünglich aus Nordamerika und hat sich inzwischen auch in Deutschland fest etabliert. Er ist sehr anpassungsfähig und findet deshalb auch in Städten und Wohngebieten gute Bedingungen vor.
Waschbären sind intelligente Allesfresser und nutzen gerne das, was ihnen unsere Siedlungen bieten: leicht erreichbare Nahrung, Müll, Kompost und geschützte Verstecke. Dadurch kann es zu Konflikten mit Menschen kommen.
Die gute Nachricht: Wir können selbst einiges dafür tun, dass diese Konflikte möglicht gar nicht erst entstehen.
So können Sie ein Vorkommen erkennen
Waschbären sind vor allem dämmerungs- und nachtaktiv. Tagsüber ziehen sie sich gerne an geschützte Orte zurück, beispielsweise in Höhlen, alte Fuchs- oder Dachsbauten oder in Siedlungen auch in Gebäude und Dachböden.
Ein Waschbär in der Nachbarschaft ist deshalb nicht automatisch ein Grund zur Sorge. Auffällig werden die Tiere vor allem dann, wenn sie regelmäßig Grundstücke aufsuchen oder dort Nahrung und Unterschlupf finden.
Typische Hinweise können sein:
- Umgeworfene oder geöffnete Mülltonnen,
- geplünderte Komposthaufen,
- verschwundenes oder verstreutes Tierfutter,
- beschädigte oder durchsuchte Dachböden und andere Rückzugsorte,
- wiederholte nächtliche Beobachtungen auf dem eigenen Grundstück.
Das können Sie jetzt tun
1. Kein Futter anbieten
Bitte füttern Sie Waschbären nicht. Auch wenn ein Waschbär zutraulich oder niedlich erscheint: Durch regelmäßige Fütterung lernen die Tiere, dass Menschen und Grundstücke eine verlässliche Nahrungsquelle sind. Dadurch können sie ihr natürliches Verhalten verändern und zunehmend dreist oder aufdringlich werden.
2. Nahrungsquellen sichern
Waschbären finden in Siedlungen besonders leicht Nahrung. Deshalb gilt: Was für den Waschbären gut erreichbar ist, wird möglicherweise auch genutzt.
- Mülltonnen immer gut verschließen - bei Bedarf zusätzlich mit einem Gummiband oder Schloss sichern.
- Kompost möglichst unzugänglich machen, zum Beispiel mit einem geeigneten Metallgitter.
- Tierfutter nicht dauerhaft draußen stehen lassen.
- Auch andere offen zugänglichen Nahrungsquellen möglichst vermeiden.
3. Rückzugsort am Haus kontrollieren
Waschbären suchen geschützte und ruhige Orte zum Schlafen und für die Aufzucht ihrer Jungen. Kontrollieren Sie deshalb - soweit gefahrlos möglich - beispielsweise Dachböden, Schuppen oder andere geeignete Rückzugsorte.
Wichtig: Verschließen Sie einen möglichen Zugang nicht einfach, wenn sich bereits ein Tier oder Jungtiere darin befinden könnten. In solchen Fällen sollten Sie zunächst fachlichen Rat einholen.
4. Bei einer Begegnung: Ruhe bewahren
Waschbären sind grundsätzlich nicht aggressiv. Wie bei allen Wildtieren gilt aber: Halten Sie Abstand und bedrängen Sie das Tier nicht.
- Nicht anfassen.
- Nicht in die Enge treiben.
- Abstand halten und dem Tier eine Möglichkeit zum Rückzug lassen.
- Kinder und Haustiere sollten ebenfalls Abstand halten.
Auch wenn bislang keine bekannten Fälle einer Krankheitsübertragung vom Waschbären auf den Menschen vorliegen, sollten Wildtiere grundsätzlich nicht angefasst werden.
5. Bitte nicht selbst eingreifen
Bitte versuchen Sie nicht, Waschbären mit Gewalt, Fallen oder ungeeigneten Vergrämungsmethoden selbst zu vertreiben. Auch "Mittelchen" wie Musik oder bestimmte Gerüche zeigen häufig keine dauerhafte Wirkung, da sich die Tiere schnell daran gewöhnen können.
Bei wiederkehrenden oder akuten Problemen wenden Sie sich bitte an die zuständigen Behörden oder eine fachkundige Stelle.
Gemeinsam mit der Nachbarschaft handeln
Ein einzelnes Grunstück kann für Waschbären bereits interessant sein - besonders attraktiv wird eine Wohngegend aber dann, wenn sich dort an mehreren Stellen leicht erreichbare Nahrung findet. Deshalb kann auch hier die Nachbarschaft gemeinsam etwas bewirken: Keine Fütterung, gesicherte Mülltonnen, kein frei zugängliches Tierfutter und geschützter Kompost helfen dabei, das Nahrungsangebot insgesamt zu reduzieren.
Wenn möglichst viele mitmachen, wird die gesamte Wohnumgebung für Waschbären weniger attraktiv.
Warum Ihre Mithilfe so wichtig ist
Waschbären gehören inzwischen zur einheimischen Fauna und haben sich erfolgreich an das Leben in menschlicher Umgebung angepasst. Wir werden ihnen deshalb auch in Zukunft begegnen. Unser Ziel muss nicht sein, jedes Tier aus der Stadt fernzuhalten. Viel wichtiger ist es, Konflikte zwischen Mensch und Wildtier möglichst zu vermeiden.
Dazu können Grundstückseigentümerinnen und - eigentümer, Anwohnerinnen und Anwohner selbst einen wichtigen Beitrag leisten. Wer keine zusätzlichen Nahrungsquellen anbietet und mögliche Rückzugsorte am Haus im Blick behält, hilft dabei, dass Waschbären gar nicht erst lernen, menschliche Siedlungen als besonders "schmackhafte" Narhungsquelle zu nutzen.
Ein wenig Aufmerksamkeit und gemeinsames Handeln können deshalb viel bewirken.
Kurz gesagt: Erkennen. Konflikte vermeiden. Gemeinsam handeln.
- Waschbär gesehen? → Ruhe bewahren und Abstand halten.
- Waschbär kommt regelmäßig? → Nahrungsquellen sichern und Fütterung unbedingt vermeiden.
- Probleme am Haus oder auf dem Grundstück? → Nicht selbst mit Gewalt oder Fallen eingreifen, sondern fachlichen Rat einholen.
- Und ganz wichtig: → Gemeinsam darauf achten, dass Müll, Kompost und Tierfutter für Waschbären nicht frei zugänglich sind.
Denn: Je weinger attraktiv unsere Grundstücke als Futterplatz sind, desto leichter gelingt ein gutes Zusammenleben mit unseren wilden Nachbarn.
zurück